Urban Carp das Jahr 2016

 

Alle Jahre wieder, nach einer langen Winterpause kann man es kaum noch erwarten die Ruten auszuführen. Endlich draußen, wieder am Wasser. Der ersehnte erste Biss lässt lange auf sich warten. In den Abendstunden wurde ich belohnt und konnte doch noch meinen ersten Karpfen landen. Ein recht guter Spiegler, so fängt die Angelsaison gut an.

Die Motivation nach dem Ansitz war hoch und der Zug ans Wasser steigerte sich nach dem Erfolg. Es folgte Ansitz auf Ansitz, schön langsam spielten auch die Karpfen mit und sind in Fresslaune gekommen. Kraut ach dieses verdammte Kraut, die Wassertemperaturen steigen und das Gemüse wächst ohne Ende. Mähboote versuchen den Wildwuchs Herr zu werden, eine Sisyphus Angelegenheit gepaart mit scheinbar total verwirrten und ahnungslosen Mähbootlenkern machte das angeln fasst unmöglich. Treibgut ohne Ende, die langen Krautfäden verheddert sich in der Hauptschnur und zieht die Montagen vom Platz. Ein Gartengerät wurde zu meinen besten Freund, der Gartener Rechen musste bei jeden Ansitz mit. Krauthaufen über Krauthaufen und keiner holt das stinkende grüne Zeugs ab.

Ende April und die ersten Badegäste haben sich zu meinem Leidwesen eingefunden, das heißt noch mehr Obacht geben und die Krauthauferln verströmten einen Verwesungsgeruch von sich. Die scheinbare Idylle nagte kontinuierlich an meinen Nervenkostüm. Die Wassertemperaturen steigen und somit auch die Anzahl der Badegäste. Ein freies unbeschwertes angeln und die Seele baumeln lassen ist schier unmöglich. Schnüre absenken mit Backleads ist Standard, ohne geht nicht selbst das ist noch zu wenig. Zu meinen Leidwesen sind jetzt noch die Segler voll aktiv und machen einen das leben zusätzlich schwer. Nicht nur beim auslegen auch beim drillen im Schlauchboot wird es so richtig lustig wenn ein Segler auf dich mit ca 15 Knoten (ca 30km/h) zukommt,  du mit den Fisch kämpfst und er 2m vor dir die Wende macht. Nach überstandenen drill ist Unterhosen wechsel angesagt. Also alles andere als einfach. Kraut, Badegäste, Segler, Surfer und sonstige Patienten treiben dich manchmal in den Wahnsinn. Da hat man schnell den Eindruck vergebens dagegen anzukämpfen, denn miteinander geht es kaum bis gar nicht zumindest dort wo ich meine Ansitze hatte. Dauerbrenner sind die Marker ob H-Bojen oder Stangenbojen, einmal von den Leuten gesichtet wird zielgerecht darauf hingesteuert …“loss des liegen und alle ondere a OK“

Sommer, Sonne, Sonnenschein und die drei Badenixen von Vis a Vis gaben mir den Rest. Als ich sie höflichst darauf aufmerksam machen wollte dass sie schon seit Minuten auf meine Schüren herum tanzten eskalierte die Situation. Die schon in die Jahre gekommen Damen hängen mir auf gut Wienerisch so eine Goschn an, dass mir die Worte fehlten.  Das war dann der Anstoß zur Platz Aufgabe. Genug is genug.

Ein Platzwechsel musste her oder ich kann erst wieder im Herbst auf die Saugdeppen gehen. Also wohin mit mir, Majk unterstütze mich bei der Sache und ein geeigneter Platz war gefunden. Anhand der Unterwasser Struktur war der Platzwechsel besiegelt. Badegäste gibt es hier auch, nur ist es im Uferbereich relativ tief was ein herumschlendern auf meine Schüre fasst unmöglich macht.

Alles im Leben hat einen Grund, naja nicht alles aber der Platzwechsel hat sich als Gold richtig erwiesen und ich wurde reichlich belohnt. Gewicht ist ja nicht alles beim Angeln, nur wenn du deinen PB täglich knackst stört es auch nicht. Eigentlich war es im Nachhinein mein erfolgreichstes Jahr seit dem ich den Rüsslern gezielt nachstelle. Bis zum Jahresende ist es mir gelungen die eine oder andere wahr Perle zu überlisten.

Abschließend möchte ich mich bei den drei Badenixen mit den viel zu engen Badeanzügen bedanken! Das war mein Jahr und das kann mir keiner mehr nehmen. Möchte mich herzlich bei Majk bedanken der mich in vielen Dingen unterstütz hat und immer für mich da war! Vielen Dank gebührt auch Denis und Marko die immer für mich erreichbar waren um einen guten Fisch abzulichten.

Im Anschluss ein paar Schnappschüsse und Fangerfolge von der Session 2016.